Veränderung als Führungsaufgabe Hettl

Veränderung als Führungsaufgabe

Autor: Hettl Consult
10. September 2018

Veränderung als Führungsaufgabe

Veränderung als Führungsaufgabe: „Es gibt nichts Dauerhaftes außer der Veränderung.“ (Heraklit von Ephesos)

Ihr Führungssystem muss tragfähig sein. Denn wenn die Veränderungsgeschwindigkeit außerhalb Ihres Unternehmens höher ist als innerhalb, dann haben Sie ein existenzielles Problem. Sie müssen deshalb in regelmäßigen Abständen klären, was Sie an Ihrem Führungssystem verändern und worin Sie sich verbessern sollten. Ihre Mitarbeiter sollten über die nötige Veränderungsbereitschaft verfügen und Impulse geben.

Change als zentrale Führungsaufgabe

Machen Sie Veränderung – Change – zu einer Ihrer zentralen Führungsaufgaben, indem Sie mindestens einmal jährlich mit Ihren Mitarbeitern einen Workshop durchführen, bei dem die Frage im Mittelpunkt steht, was an Ihren Systemen, Strukturen und Prozesse verändert werden muss, um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden.

Führungssystem anpassen

Die Erkenntnisse aus dem Workshop müssen Sie konsequent umsetzen, um Ihr Führungssystem anzupassen und vital zu halten. Das kann bedeuten, dass einzelne Mitarbeiter andere Aufgaben übernehmen oder dass sie früher kommen oder später gehen müssen. Die Anpassungsfähigkeit an veränderte Herausforderungen ist entscheidend. Gut ist es, wenn Initiative, Vorschläge und die Einsicht in notwendige Veränderungen von Ihren Mitarbeitern kommen. Dadurch steigern Sie die Bereitschaft zur Akzeptanz und zur Umsetzung. Machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, dass die Bereitschaft zur Veränderung die Voraussetzung für Erfolg ist und das Überleben des Unternehmens sicherstellt.

Bewusstsein für Dringlichkeit

In Ihrem Verantwortungsbereich sollten Sie ein Bewusstsein für notwendige Veränderungen schaffen. Auch wenn Ihre Mitarbeiter vertraute Muster lieben und brauchen, ist es Ihre Aufgabe, mit wachem Blick einen Sinn für Dringlichkeit zu etablieren. Veränderungen sind der Motor zur Anpassung Ihres Führungssystems, und es sind Chancen, die Sie frühzeitig erkennen müssen, um produktive und richtungweisende Entscheidungen zu treffen.

Machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, dass es letztlich nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder sie erkennen als Galionsfigur die Richtung des Wandels frühzeitig und beeinflussen ihn; oder sie werden im Kielwasser hinterhergezogen. Erzeugen Sie eine positiven Handlungsdruck und binden Sie Ihre Mitarbeiter bei der Veränderung mit ein, dann werden Sie die Herausforderungen meistern.

Checkliste: Überprüfung des Führungssystems

  • Ist Ihr Verantwortungsbereich an den Bedürfnissen Ihrer Kunden ausgerichtet?
  • Wie gut arbeiten Sie mit anderen Abteilungen/Bereichen zusammen?
  • Wie gut ist das Feedback von internen und externen Kunden zu Ihrem Bereich?
  • Arbeiten Sie in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern im Rahmen eines Workshops an den Verbesserungspotenzialen für Ihren Bereich?
  • Setzen Sie die Ergebnisse aus dem Workshop konkret um, und verbessern Sie Ihr Führungssystem?
  • Wie tragen Sie mit Ihren Mitarbeitern zum Erfolg des Unternehmens nachhaltig bei?
  • Ist jedem Mitarbeiter sein individueller Wertbeitrag klar, den er liefert?
  • Wie gut gelingt es Ihnen, dass Ihre Mitarbeiter die Bereichs- und Unternehmensziele mittragen?
  • Ist Ihre Organisation effektiv aufgestellt und können Sie in ausreichendem Maße delegieren?
  • Sind Ihre Systeme und Prozesse so ausgerichtet, dass diese zur Erfüllung der Unternehmensidee beitragen?
  • Sind Ihnen die organisatorischen Erfolgsparameter klar und erfüllen diese ihren Zweck?
  • Werden diese Erfolgsparameter von Ihren Mitarbeitern mitgetragen und weiterentwickelt?
  • Ist jedem einzelnen Ihrer Mitarbeiter klar, welchen Erfolgsbeitrag er zu liefern hat und woran sein persönlicher Erfolg gemessen wird?
  • Kann jeder Ihr Mitarbeiter zu jedem Zeitpunkt sagen, wie hoch sein momentaner Erfolgsbeitrag ist und was seine weiteren Aktivitäten sind, um diesen zu steigern?
  • Verfügen Ihre Mitarbeiter über die nötige Veränderungsbereitschaft und haben Sie den Eindruck, dass Sie von Ihnen Impulse zur Veränderung erhalten?

Dynamik und Veränderung

Veränderung ist ein Naturgesetz. Diese hat in Unternehmen in den letzten Jahren deutlich an Dynamik gewonnen. Daher ist es für sie als Führungskraft eine wichtige Frage, wie Sie mit den dauernden Veränderungen in Ihrem Verantwortungsbereich umgehen. Dabei hilft zum einen die Kenntnis über die Reaktionsmuster von Menschen, wenn diese mit Veränderung konfrontiert werden. Zudem ist es wichtig zu wissen, wie Sie mit dem unausweichlichen offenen oder verdeckten Widerstand gegen Veränderungen umgehen.

Werden Sie sich über die Auslöser für den Widerstand bewusst und begegnen Sie den individuellen Ursachen mit guten Argumenten und emotionalem Verhalten. Sehen Sie die Veränderung als eine dauerhafte Aufgabe, die Sie als Führungskraft wahrnehmen müssen. Nehmen Sie die Führungsaufgabe aktiv wahr und beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter an der Veränderung. Dann wird es Ihnen gelingen, dass Ihre Mitarbeiter in Veränderungen mehr Chancen als Risiken sehen.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist als international bekannter Managementberater, Trainer und Coach für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Er vertrat eine Professur für Management, verfügt über langjährige Führungserfahrung, u. a. als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Speaker ist er ein gefragter Management- und Führungsexperte.

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