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First Principles Thinking

Autor: Hettl Consult
3. Dezember 2020

First Principles Thinking

First Principles Thinking liegt das Prinzip der Unvoreingenommenheit zugrunde. Dieses Prinzip nutzt auch Elon Musks, es ist seine Philosophie um Innovationen zu entwickeln. Musk ist wahrscheinlich einer der radikalsten und verrücktesten Erfinder unserer Zeit.

Er hat drei milliardenschwere Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen mehr oder weniger aus dem Boden gestampft. Mit diesen Innovationen hat er die traditionellen Firmen in diesen Branchen unter erheblichen Druck gesetzt: Paypal, Tesla und SpaceX sind seine Gründungen. Die Ideen zu diesen Firmen stammen direkt von Elon Musk.

Alle drei Firmen und der ursprüngliche Zweck erschienen zunächst völlig abwegig. Diese waren damals absolut weit weg vom Denkbar möglichen. Die Ideen wurden von allen Experten als unmöglich eingeschätzt. Sie wurden als reine Zeitverschwendung eines verrückten Typen betrachtet. Wir wir wissen ist das Gegenteil ist der Fall. Denn Musk setzt das für Unmöglich gehaltene um.

Innovative disruptive Ideen

Interessant ist, wie Elon Musk bei seinen innovativen disruptiven Ideen vorgegangen ist. Er nutzt dafür ein Vorgehen das er First Principles Thinking“ nennt. Dabei werden beim Innovationsprozess Annahmen, Einschränkungen und Schlussfolgerungen konsequent ausgeblendet, um komplexe Probleme von Grund auf bis ins Tiefste zu verstehen. Das ist die Basis, sie dann zu lösen.

Dem First Principles Thinking liegt zugrunde, jede Art von Vorurteilen und Einschränkungen des Denkens zu erkennen, zu hinterfragen und zu überwinden. Denn meist folgen wir bei der Analyse von komplexen Problemen unseren unbewussten Annahmen. Diese schränkt uns unbewusst im Denken ein, da wir Annahmen und Denkweisen, die allgemein gültig sind, übernehmen. Wenn Sie jedoch denken, wie alle denken, dann entstehen keine großartigen Neuentdeckungen und Innovationen. First Principles Thinking hilft dies zu erkennen und zu vermeiden. Sie müssen sich darüber bewusst werden und diese Art des Denkens konsequent zulassen. 

3 Schritte beim First Principles Thinking

Um zum Kern eines Problems und dann zu seiner Lösung zu kommen, ist eine Grundvoraussetzung beim First Principles Thinking bewusst alles, was man über ein Problem oder Szenario zu wissen glaubt, ad acta zu legen. Das heißt, völlig unvoreingenommen betrachtet Sie zuerst einmal das Problem als solches. Dann geht es im nächsten Schritt darum einer passende Lösung zu finden. First Principles Thinking wird in 3 Schritten praktiziert:

  1. Identifizieren und Benennen aller Vorannahmen und Vorurteile in Bezug auf das Problem
  2. Herunterbrechen des Problems auf seine fundamentalen Prinzipien
  3. Entwerfen einer grundlegend neuen Lösung für das Problem

Um sich über die einschränkende Macht vorgefertigter Meinungen klar zu werden, hilft oft ein einfacher Blick in den Alltag. Wie oft wagen wir es nicht, etwas zu verändern, weil wir denken, dass wir es sowieso nicht schaffen. „Als Musiker kann ich mich nicht finanzieren.“ oder „Diese Innovation auf den Markt zu bringen ist zu teuer und zu risikoreich.“ Egal ob im Kleinen oder im Großen: Das Prinzip ist das Gleiche und es lässt sich durch First Principles Thinking überwinden.

Beispiel Tesla 

Im Interview, in dem Musk die Methode vorstellt, nennt er ein Beispiel. Mithilfe von First Principles Thinking konnte Elon Musk das Batterieproblem für den Tesla lösen.  

Im ersten Schritt des First Principles Thinking geht es darum die Grundannahmen (teuer, keine Änderung in Sicht) zu identifizieren und gedanklich ins “Parkhaus” zu schieben. Das Problem ist, dass Batterien sehr teuer sind. Im Schnitt 600 Dollar pro Kilowattstunde. Die Grundannahme ist: Batterien sind eben teuer und das wird auch so bleiben.

Im zweiten Schritt geht es jetzt darum, das Problem von Grund auf neu zu erfassen. Eine mögliche Herangehensweise ist die Frage: „Aus welchen Materialien bestehen Batterien? Zu welchem Preis werden sie gehandelt? Was würde es uns kosten, die Materialien an der Börse zu kaufen?“ Dieser Preis läge dann etwa bei 80 Dollar pro Kilowattstunde.

Der dritte Schritt befasst sich dann mit der Frage, wie sich die Bestandteile auf kluge, neue und innovative Art und Weise zu Batteriezellen kombinieren lassen. Dann würde man Batterien erhalten, die nur einen Bruchteil dessen kosten, was diese ansonsten kosten.

Damit ist relativ einfach zu schlussfolgern, wer der erste Unternehmer ist, der die weltweit größte Batteriefabrik, die sogenannte Tesla Gigafabrik umgesetzt hat. Damit wurde Elon Musk der zentrale Innovator für eine ganze Branche.

Autor:

Matthias Hettl ist bekannt als internationaler Managementberater. Er trainiert und coacht Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte. Zudem vertrat er eine Professur für Management und verfügt über langjährige Führungsexpertise. Erfahrung hat er als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Management- und Führungsexperte ist er ein gefragter Speaker.

Mehr Informationen unter: Hettl Consult

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