Extrinsische Motivation

Extrinsische Motivation – Das Grundprinzip der extrinsischen Motivation ist ganz einfach. Vor Ihrem Urlaub schaffen Sie es noch Ihren Stapel abzuarbeiten, selbst wenn Ihnen das keinen Spaß macht. Denn für den erholsamen Urlaub lohnt es sich auf alle Fälle, nicht von den Kollegen gestört zu werden. Oder Sie quälen sich durch ein aufwändiges Online-Bewerbungsverfahren, um die Chance auf einen interessanten Arbeitsplatz zu erhalten.

Motivation – ist vereinfacht gesagt, die Beweggründe für ein bestimmtes Verhalten. Dies nach dem simplen Prinzip, ich tue X (Verhalten) wegen Y (Beweggrund/Motivation). Und bei der Motivation (dem Y) werden grundsätzlich zwei Arten unterschieden, die intrinsische und die extrinsische Motivation.

Extrinsische vs Intrinsische Motivation

„Extrinsisch“ bedeutet: von außen her angeregt. Wenn Sie eine extrinsische Motivation haben, wird das Verhalten durch äußere Reize verursacht. Im Gegensatz dazu steht die sogenannte intrinsische Motivation. Bei der intrinsischen Motivation kommt der Auslöser für das Verhalten von innen heraus.  Extrinsische Motivation bedeutet also: Sie tun etwas, weil Sie damit ein bestimmtes Ziel erreichen möchten. Und das Ziel ist der äußere Reiz, der Sie motiviert.

Im konkreten Beispiel bedeutet das, Sie lernen für die Prüfung (Verhalten), um den Abschluss zu erreichen. Oder Sie machen Überstunden (Verhalten), um die Chancen auf eine Beförderung zu erhöhen (Ziel). Das heißt, dass Sie unter Umständen Dinge tun, die Ihnen nicht unbedingt Spaß bereiten. Sie stellen sich der Herausforderung, lösen diese und der Grund dafür sind Ihre extrinsischen (äußeren) Motivatoren. Also einen beruflichen Abschluss erreichen oder befördert werden.

Intrinsische Motivation

Bei der intrinsischen Motivation gibt es nun einen wesentlichen Unterschied. Wenn Sie intrinsisch motiviert sind, führen Sie die Tätigkeit einfach nur um ihrer selbst willen aus. Weil sie Ihnen Spaß, Freude oder Lust bereitet. Oder, weil Sie mit Ihrem Verhalten Ihre Werte leben. Ihr Verhalten entsteht also aus einer inneren Motivation heraus. Einfach, weil Sie Freude an dieser Tätigkeit haben. Oder weil das, was Sie gerade tun, für Sie selbst sich gut und richtig anfühlt.

So essen Sie eine leckere Nachspeise, weil diese Ihnen gut schmeckt (kein konkretes Ziel, sondern nur Freude oder Lust). Oder Sie lesen einen Roman (Verhalten), weil es Ihnen Spaß bereitet und Sie unterhält (kein Ziel, sondern Spaß).

Mix von intrinsischer und extrinsischer Motivation 

Die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation ist manchmal nicht einfach. Weil Sie in der Realität natürlich nur selten zu 100 % intrinsisch oder zu 100 % extrinsisch motiviert sind. Häufig ist es eine Mischung aus beidem. Denn die beiden Motivationsarten schließen sich nicht gegenseitig aus. So macht Ihnen Ihre sportliche Betätigung beim Fußball viel Spaß. Und Ihr wöchentlicher Fußball-Termin ist für Sie gleichzeitig auch wichtig, um schlank und in Form zu bleiben. Ihr Verhalten (Fußballspielen) ist also einerseits intrinsisch motiviert (Sie haben Spaß daran), aber gleichzeitig auch extrinsisch motiviert (Sie wollen dadurch schlank und fit bleiben).

Das erklärt, warum die intrinsische Motivation als die wertvollere wahrgenommen wird. Intrinsisch motiviert heißt, das macht Ihnen von sich aus Spaß. Mit intrinsischer Motivation geht Ihnen vieles leichter von der Hand. Weil es Ihnen eben Spaß macht und Sie keine inneren Widerstände dabei haben.

Motivation im Alltag

So schön und gut intrinsische Motivation für Sie ist. Nur die wenigsten von uns können immer nur das tun, was ihnen gerade Spaß macht. Im beruflichen und privaten Leben müssen Sie täglich auch Dinge tun, zu denen Sie keine Lust haben. Zum Beispiel den schwierigen Bericht an Ihren Chef fertig schreiben oder die Steuererklärung erstellen. Für solche Dinge brauchen Sie natürlich auch ein gewisses Maß an Motivation. Weil das Erstellen der Steuererklärung halt nicht unbedingt Spaß machen muss. Und weil Sie solche Aufgaben sonst nicht erledigen bzw. sie ständig aufschieben würden. Die Kunst besteht darin, dass Sie sich auf clevere Weise extrinsisch motivieren.

Quellen extrinsischer Motivation

Es gibt unterschiedliche Quellen extrinsischer Motivation. So beispielsweise Belohnung. Wenn Ihnen eine Belohnung winkt, kann das eine extrinsische Motivation für Sie sein. Die Belohnung kann dabei materiell oder immateriell sein. Zum Beispiel prämiert Ihr Arbeitgeber innovative Ideen. Folglich haben Sie immer einen Blick für bessere Lösungen.

Anerkennung ist ein weiterer großer extrinsischer Motivator. Sie möchten von anderen gern als grundsätzlich positiv also bspw. clever, erfolgreich, schlank etc. wahrgenommen werden. Und dafür tun Sie dann so einiges.

Zudem gilt, dass negative Konsequenzen auch ein großer externer Motivator ist. Da Sie  grundsätzlich „Schmerzen“ oder Ärger vermeiden möchten. Die Vermeidung von Schmerz ist ein großer Motivator.

Selbst Belohnen

Tipp 1: Belohnen Sie sich selbst ist der erste Tipp. Sie können sich selbst motivieren, indem Sie sich kleine Belohnungen gönnen. Belohnen Sie sich selbst für bestimmtes Verhalten. Finden Sie heraus, was eine kleine Belohnung wäre, die Sie motiviert. Wenn Sie bspw. den schwierigen Bericht an Ihren Chef verfasst haben, dann gönnen Sie sich einen interessanten Kinobesuch.

Selbst auf die Schulter klopfen

Tipp 2: Der zweite Tipp ist, klopfen Sie sich auf die Schulter. Anerkennung können Sie nicht nur von Außen bekommen, sondern auch von innen. Von Ihnen selbst. Sich selbst zu loben, das fällt nicht jedem leicht. Aber positive Selbstbestätigung kann Sie stark motivieren. Denn sie ruft gute Gefühle in Ihnen hervor. Und wenn Sie sich selbst regelmäßig loben, wenn Sie etwas gut gemacht haben, dann kann das für Sie zu einer nachhaltigen Motivation werden. Deshalb machen Sie es sich zu Ihrer Gewohnheit und schenken Sie sich selbst Anerkennung. Das geht gut mit einem Erfolgstagebuch. Suchen Sie für sich ein Ritual, bei dem Sie eine positive, bestärkende Geste machen. Klopfen Sie sich selbst auf die Schulter oder ballen Sie die „Becker-Faust“, wenn Sie etwas geschafft haben. Oder Sie sagen sich einen positiven, bestärkenden Spruch.

Negative Konsequenzen schaffen

Tipp 3: Schaffen Sie sich selbst negative Konsequenzen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie sich selbst negative Konsequenzen schaffen können. So beispielsweise über sozialen Druck. Wenn Sie Arbeitskollegen, Freunden oder Bekannten von Ihrem Vorhaben erzählen, dann schafft das sozialen Druck. Denn Sie möchten nicht von Ihrer Faulheit oder einem Misserfolg berichten. Sondern davon, dass Sie es geschafft haben. Die zweite Möglichkeit ist, etwas aufs Spiel zu setzen. Eine ganz besonders starke negative Konsequenz ist ein Verlust. Denn wir Menschen sind Verlust-Vermeider.

Wie können Sie nun Ihre Verlust-Abneigung für Ihre Motivation einsetzen. Beispielsweise geht es um einen Besuch eines Konzerts. Es gibt hier zwei Möglichkeiten, eine negative Konsequenz festzulegen. Zum einen könnten Sie sagen, wenn ich X nicht tue, dann kaufe ich mir keine Karten für das Konzert. Oder, wenn ich X nicht tue, dann verschenke ich meine Konzertkarten. Was davon wäre wohl unangenehmer? Richtig, die Nummer 2. Denn da haben Sie die Karten schon und müssen sie verschenken. Und der Verlust wird Sie schmerzen.

Extrinsische Motivation durch negative Konsequenzen

Man muss ganz klar sagen: Diese Form extrinsischer Motivation empfinden viele Menschen als nicht besonders angenehm. Druck und Stress können Ihnen jedoch hervorragend Beine machen. Aber das ist nicht gerade die angenehmste Form der Motivation. Selbstbelohnung und Anerkennung sind weitaus sanftere extrinsische Motivatoren. Dafür haben sie allerdings nicht unbedingt so eine große Zugkraft. Also probieren Sie selbst aus, welche der Methoden Ihnen persönlich am besten weiterhelfen. Das ist ja auch von Fall zu Fall unterschiedlich.

Mit Motivation zum Erfolg

Motivation ist ein Schlüssel für all die Ziele, die Sie erreichen möchtest. Ziele, die Sie zufrieden machen und Ihnen helfen, Ihr Leben genau so zu gestalten, wie Sie es sich wirklich wünschen. Sie haben hier ein paar Ansatzpunkte, um sich selbst zu motivieren. Die Frage ist nun, wozu möchten Sie sich motivieren und welche Form der Motivation wählen Sie.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist bekannt als internationaler Managementberater. Er trainiert und coacht Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte. Zudem vertrat er eine Professur für Management und verfügt über langjährige Führungsexpertise. Erfahrung hat er als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Management- und Führungsexperte ist er ein gefragter Speaker.

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