Der X-Faktor

Der X-Faktor – In einem großen Unternehmen der Metallverarbeitung trat ein technisches
Problem auf. Die technische Störung führte dazu, dass sich der gesamte Produktionsprozess deutlich reduzierte und der Ausstoß aller Anlagen insgesamt deutlich zurückging.

Die Ingenieure und Anlagentechniker suchten fieberhaft nach der Ursache für das Problem. Sie konnten es jedoch nicht lokalisieren. Der Druck eine Lösung zu finden wurde immer größer und nachdem kein Fortschritt erzielt wurde, entschied die Geschäftsführung einen renommierten Experten einzuschalten.

Das große schwarze „X“

Der Berater machte sich auch gleich an die Arbeit. Er zog sich seinen Arbeitsblaumann an, nahm seine Messgeräte, legte Notizpapier in sein Klemmbrett und legte los. Zwei Tage lang lief er durch das Werk, studierte Hunderte von Anzeigen und Signalgeräten, schaute sich die Auswertungen der letzten Störungen an, begab sich in die Messwarte, notierte sich eine Fülle von Zahlen, berechnete unzählige Male Daten und analysierte alles von vorne bis hinten.

Gegen Endes des zweiten Tages holte er einen schwarzen dicken Filzstift, kletterte auf eine Leiter hinauf und zeichnete ein großes „X“ auf ein Messgerät. Er sagte den verdutzten Technikern, dass dieses Messgerät defekt sei, Sie sollten es reparieren, dann sollte die Störung beseitigt sein..

10.000 EUR für ein „X“

Dann zog er seinen Blaumann aus, ließ sich zum Flughafen bringen und flog nach Hause. Die Ingenieure zerlegten das Messgerät und fanden tatsächlich dort die Ursache der Störung. Kaum war das Teil repariert, konnte die Produktion wieder auf volle Leistung hochgefahren werden.

In der folgenden Woche erhielt der Geschäftsführer die Rechnung. Der Berater verlangte 10.000 EUR für seine erbrachten Dienstleistungen. Der Manager war gelinde gesagt erstaunt über die Höhe der Rechnung. Der Ausfall durch die Störung betrug jedoch ein Vielfaches.

Der Geschäftsführer dachte sich, dass der Berater ja nur 2 Tage im Unternehmen war, einige Berechnungen gemacht hatte und ein schwarzes Kreuz auf ein Messgerät gezeichnet hatte. Und das sollte 10.000 EUR kosten. Daraufhin bat er den Berater um eine Aufschlüsselung des Rechnungsbetrags. Er schrieb dem Berater, dass ein kleines „X“ auf dem kaputten Gerät zu markieren für 10.000 EUR doch etwas zu hoch sei.

Zu wissen, wo das „X“ zu setzen ist

Daraufhin erhielt er eine neue Rechnung. Diese lautete folgendermaßen:

„X“ auf das Messgerät schreiben = 1 EUR
Wissen, wo das „X“ zu setzen ist: 9.999 EUR

Wenn Sie Erfolg haben wollen, dann müssen Sie wissen, wo Sie das „X“ setzen müssen.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist bekannt als internationaler Managementberater. Er trainiert und coacht Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte. Zudem vertrat er eine Professur für Management und verfügt über langjährige Führungsexpertise. Erfahrung hat er als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Management- und Führungsexperte ist er ein gefragter Speaker.

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