Corona Krise als Führungskraft meistern Hettl

Corona Krise als Führungskraft meistern

Autor: Hettl Consult
19. März 2020

Corona Krise als Führungskraft meistern

Corona Krise als Führungskraft meistern ist eine absolute Herausforderung. Verständlicherweise sind Sie selbst verunsichert. Doch was mindestens genau so herausfordernd ist, ist die Unsicherheit Ihrer Mitarbeiter.

Sie als Führungskraft stehen jetzt und mehr denn je im Mittelpunkt. Ihre Mitarbeiter suchen einen Fels in der Brandung. Auch wenn Sie Angst haben vor dem was vor Ihnen liegt gilt Winston Churchills Spruch: Auch für einen Winston Churchill ist es keine Schande Angst zu haben. Aber es ist eine verdammte Schande sie zu zeigen. 

Zeigen Sie Führungsqualitäten

Ihre Mitarbeiter erwarten eine besonne, ermutigende und entschlossene Führungskraft. Das müssen Sie jetzt sein und zeigen. Und das können Sie nur dann zeigen, wenn Sie auch daran glauben. Gerade jetzt kommt es darauf an, wie Sie sich verhalten. Ihr Auftritt steht unter Beobachtung.

Fatal wäre es, wenn Sie als Führungskraft kopflos und überfordert wirken würden. Oder in eine Schockstarre verfallen. Begreifen Sie die außergewöhnliche und kaum zu fassende Situation als Ihre ganz persönliche Herausforderung. Eine Krise ist immer wieder ein Prüfstein für Sie als Kapitän auf der Brücke des Schiffs. Jetzt kommt es auf Sie an. Gerade jetzt, wenn die Wogen über das Schiff schlagen sind Sie gefragt.

Sie als Führungskraft werden in der momentanen Krise von Ihren Mitarbeitern und Kollegen daran gemessen, ob Ihre Worte und Taten in Einklang stehen. Aus anderen Krisen ist bekannt, dass führungsstarke Führungskräfte und Unternehmen besser durch die Krise kommen. Sie erkennen auch die Chancen die sich in der Krise ergeben. Dabei ist die “Führung” der strategische Schlüssel zum Erfolg.

Daher hier einige konkrete Tipps für Sie:

Tipp 1: Kommunikation – das A und O

Sprechen Sie mit allen Ihren Mitarbeiter. Sprechen Sie ihnen Mut zu, bauen Sie Ihre Kollegen auf. Geben Sie diesen ein Gefühl von Zuversicht. Stimmen Sie Ihr Team auf die vor Ihnen liegende Zeit ein. Zeigen Sie sich zuversichtlich aber sind Sie ehrlich. Brutal ehrlich.

Tipp 2: Vertrauen und Motivation

Sagen Sie jedem einzelnen Mitarbeiter, dass Sie auf ihn setzen und ihm vertrauen. Sagen Sie ihm auch, das es auf ihn ganz persönlich ankommt. Dass Sie sich verlassen, dass er das Beste gibt über die nächsten Wochen. Und dass er nicht aufhört, bis sich alles wieder zum Positiven wendet. Nicht die Krise ist das Problem, sondern wie wir darauf reagieren.

Tipp 3: Chancen aufzeigen 

Versuchen Sie, auch wenn die Situation auch ausweglos erscheint, Chancen zu sehen. Was ergeben sich für Möglichkeiten aus der aktuellen Situation. Was können Sie tun, um die Situation zu beeinflussen. Wo besteht eine Möglichkeit auch wenn diese noch so klein erscheint. Schauen Sie auf die Chancen und motivieren Sie Ihre Mitarbeiter das auch zu tun.  

Tipp 4: Managen Sie aktiv den Status der Unsicherheit

Wir fahren alle auf Sicht, wie durch Nebel bei einer Sichtweite unter 10 Meter. Daher müssen Sie diese Unsicherheit annehmen und mit ihr umgehen. Unsicherheit zu managen bedeutet einerseits kurzfristig Entscheidungen zu treffen und deren Auswirkung zu betrachten. Andererseits immer wieder neu Entscheidungen zu überdenken und mit möglichen neuen Erkenntnissen zu revidieren.

Ihre Aufgabe liegt darin, den Zustand der Unsicherheit anzunehmen und so gut wie möglich für Sie selbst zu strukturieren. Das hilft Ihnen selbst im Umgang mit der Krise. Da Sie sowohl agieren als auch reflektieren. Nehmen Sie die diese drei Fragen zur Orientierung:

1. Was ist in der Unsicherheit sicher? Worauf können wir uns relativ sicher verlassen?
2. Welches sind die unsicheren Faktoren?
3. Was können wir gemeinsam dafür tun, um Klarheit zu bekommen und bis wann ?

Diese Fragen schaffen ein gewisses Maß an Transparenz und bringen Sicherheit. Für Ihre Mitarbeiter aber auch für Sie. Die Folge ist, dass Ihre Mitarbeiter die Unsicherheit eher akzeptieren. Fordern Sie Ihre Mitarbeiter auf, sich aktiv zu beteiligen. Das hilft schon ungemein.

Tipp 5: Agieren – statt reagieren

Nehmen Sie eine aktive, agierende Rolle ein. Denken Sie bewusst in Szenarien. Bereiten Sie sich auf mögliche Entwicklungen vor, simulieren Sie die Situation und spielen Sie diese durch. Es hat sich in der Szenariotechnik die “worst case” und die “best case” Variante als zielführend erwiesen. Stimmen Sie sich mit Ihrem Team darüber ab.

Tipp 6: Regelmäßige Lagebesprechung

Machen Sie regelmäßig eine Lagebesprechung mit Ihren Mitarbeitern. Informieren Sie diese über aktuelle Entwicklungen. Geben Sie diesen einen Update zu weiteren Maßnahmen und behalten Sie dabei einen kühlen Kopf.

Tipp 7: Bilden Sie einen Notfallstab

Bilden Sie mit zwei bis drei weiteren Ihrer Mitarbeiter einen Notfallstab. Dieser soll Ihnen bei Ihren Entscheidungen helfen und Ihnen als Berater dienen, wie Sie angeordnete Schutzmaßnahmen und geplante Maßnahmen aus Ihrem Pandemie-/Notfallplan umsetzen.

Tipp 8: Führen auf Distanz

Führen Sie auf Distanz ist eine Herausforderung, wenn Sie das nicht kennen. Es kann Ihr Team und Sie jedoch auch weiterentwickeln. Wichtig ist, dass Sie die Kollegen in die Systeme einweisen und ihnen zeigen, wie alles funktioniert. Zudem bedarf es beim Führen über Distanz gerade zu Beginn mehr Abstimmung und Möglichkeit zum Gespräch mit Ihnen. Vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeitern einen täglichen Gruppen Call (per Telefon oder besser per Video).

Und zusätzlich mit jedem einzelnen, nach individuellem Bedarf tägliche, zweitägige oder wöchentliche Rücksprache Calls für Abstimmungen zu laufenden Projekten, der laufenden Arbeit, etc. Lassen Sie sich dabei informieren und geben Sie Ihren Mitarbeitern ein Template, worüber Sie konkret berichten sollen. Dieses kann Ihr Mitarbeiter ausfüllen (one note) und Ihnen einstellen bzw. zuschicken. So sind Sie immer auf dem aktuellen Stand und Ihr Mitarbeiter sieht selbst wo er steht. 

Tipp 9: Regelkommunikation auf den Prüfstand

Überdenken Sie auch Ihre Regelkommunikation mit jedem einzelnen Mitarbeiter. Etablieren Sie falls nötig neue (virtuelle) Möglichkeiten zur Kommunikation. Und stellen Sie sicher, dass all Ihre Mitarbeiter teilnehmen können oder im Nachgang informiert werden. In Krisenzeiten ist “informieren” stärker eine Bringschuld der Führungskräfte, ohne die Mitarbeiter aus der Holschuld zu entlassen.

Tipp 10: Regelmäßige 1:1 Kontakte

Bieten Sie Ihren Mitarbeitern auch regelmäßige “One-on-One’s” an. Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, dass diese sich über die eigene aktuelle Situation und der persönlichen Umgang damit (Erfahrungen mit Arbeiten „alleine“ im Büro oder Home Office, Arbeiten und Kinderbetreuung in Balance zu halten, fehlende oder hauptsächlich virtuelle soziale Kontakte) mit Ihnen virtuell austauschen.

Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut und gestärkt aus der aktuellen Krise! 

Autor:

Dr. Matthias Hettl ist bekannt als internationaler Managementberater. Er trainiert und coacht Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte. Zudem vertrat er eine Professur für Management und verfügt über langjährige Führungsexpertise. Erfahrung hat er als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Management- und Führungsexperte ist er ein gefragter Speaker.

Mehr Informationen unter: Hettl Consult

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