Ernie oder Bert als Führungskraft

Ernie oder Bert als Führungskraft – an Ernie und Bert lässt sich sehr schön darstellen, welche beiden grundsätzlichen Führungsverhalten in Unternehmen vorherrschen,

Es ist nicht ganz so entscheidend, was auf der Visitenkarte einer Führungskraft steht. Viel wichtiger ist es, sich darüber klar zu sein, dass es um die Einstellung geht, mit der die Führungskraft agiert. Ist es die Bert Einstellung, dann orientiert sich eine Führungskraft an Organisation und hat einen Fokus auf Umsetzung und folgt den Regeln.

Ernie Einstellung

Eine Ernie Einstellung einer Führungskraft ist eher geprägt von der Möglichkeit des Ausprobierens und von Innovation. Beides braucht ein Unternehmen. Vielfach ist die Bert Einstellung jedoch in der Überzahl. Sie lässt sich folgendermaßen beschreiben: Mach das Gleiche wie gestern und denk nicht drüber nach. Als Führungskraft kontrolliere ich, ob es gemacht wurde. Das ist der typische Bert-Sichtweisen.

Bert schaut in die Vergangenheit zurück und orientiert sich am Standard, den es zu erhalten gilt. Ernie hingegen ist Neuem gegenüber offen. Er ist innovativ und nimmt in Kauf, dass die Idee sich nicht durchsetzt und scheitern könnte.

Ernie hat den Mut, Dinge anders zu machen und genau das ist eine wichtige Kompetenz, die Führungskräfte heute benötigen. Ernie steht für den Mut zum Scheiterns und den Mut des Ausprobierens. Doch vielfach herrscht in Unternehmen noch der Mindset von Bert vor.

Bert Sichtweise

Bert schaue vor allem nach hinten und ist eher vergangenheitsorientiert. Das hat doch bisher immer funktioniert. Ernie hingegen inspiriere Neues auszuprobieren auch auf die Gefahr hin, dass das Vorhaben scheitern könnte. 

In ihren Freizeit leben manche Führungskräfte erst nach Feierabend ihr ganzes Talent und ihren Tatendrang aus. Im Job geht ihnen diese Leidenschaft manchmal ab. Das deutet dann eher auf eine Bert Führungskraft hin. Eine Bert Einstellung, die im Job eher wenig auf Gestalten ausgerichtet ist. Bert sitzt in seiner Komfortzone fest. Er sagt sich, wenn etwas gestern gut war, dann mache ich das heute auch so.

Bert und seine Sichtweise sollten Sie nicht aus Ihren Unternehmen verbannen. Für Perfektion im Prozess und für eine klare Exekution, dafür ist Bert perfekt geeignet. Wenn es  jedoch um Kreativität geht, braucht es Ernie. Ein Mitarbeiter der vom Kunden kommt und von einem neuen Bedarf berichtet, möchte gehört werden und nicht „abgebertet werden“,

Wird der Mitarbeiter hingegen gehört, dann ist der Ernie Geist an Bord. Dann entsteht Beteiligung und Partizipation. Das Ziel muss sein, dass sich Mitarbeiter mit ihren guten Ideen einbringen können. Das sie Verantwortung übernehmen.

Kontrolle vs. Vertrauen

Entscheidend dafür, wie ein Unternehmen wahrgenommen wird, ist nicht das Unternehmens- oder Führungsleitbild, sondern das Handeln der Führungskräfte. Ernie Einstellung und Handeln ist hier, dass er nicht allein ins Unternehmen kommt, sondern dass  er stets zu den Mitarbeitern selbst kommt.

Jeder, der Verantwortung trägt, hat es in der Hand, sich selbst mehr „Ernie“ zu erlauben. Das erfordert selbst eine Entscheidung zu treffen. Vielfach stehen Bedenken zu Macht- und Kontrollverlust oder auch die Angst des Scheitern, mehr Ernie im Weg. Die Angst davor, Verantwortung übernehmen zu müssen, schwebt wie ein Damoklesschwert auch über manchem Mitarbeiter.

Verantwortung zu übernehmen ist bei einigen Mitarbeitern negativ besetzt. Ernie steht da eher für Vertrauen und Interesse zeigen, während Bert mehr zu Kontrolle neigt. 

Gerade für Innovation, für Weiterentwicklung und für den Mut zu Neuem braucht es in Ihrem Unternehmen der Ernie Geist, um sich Chancen am Markt zu erarbeiten. Wenn Sie Glück haben, dann sind bei Ihnen im Unternehmen mehr Ernies am Start und bringen Sie schneller voran – während bei Ihren Wettbewerb noch die Berts das Kommando haben.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist bekannt als internationaler Managementberater. Er trainiert und coacht Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte. Zudem vertrat er eine Professur für Management und verfügt über langjährige Führungsexpertise. Erfahrung hat er als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Management- und Führungsexperte ist er ein gefragter Speaker.

Mehr Informationen unterHettl Consult