Volition - Willenskraft Hettl

Volition – Willenskraft

Autor: Hettl Consult
11. Oktober 2018

Volition – Willenskraft

Volition – Willenskraft ist der große Bruder der Motivation. Motivation reicht in den meisten Fällen nicht aus, um seine Ziele auch zu erreichen. Motivation allein ist die Voraussetzung und beschreibt das Streben nach einem bestimmten Ziel. Erst, wenn Sie auch die nötige Willenskraft aufbringen, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen, dann können Sie Ihre Ziele auch erreichen.

Voiltion = Umsetzung

Volition ist die besonders stark ausgeprägte Willenskraft, die Sie zur Umsetzung befähigt und dafür sorgt, dass Sie Ihre Ziele in die Realität umsetzen.

Die Umsetzung erst macht den Wunsch zu einem tatsächlichen Ziel. Um alle möglichen Hindernisse zu überwinden brauchen Sie mehr als Motivation. Volition bedeutet vielmehr die zielgerichtete Ausübung Ihres eigenen Willens. Sie ist eine Art Gradmesser Ihrer ganz eigenen persönlichen Stärke, Ihrer Willenskraft. Auch wenn die reine Übersetzung aus dem lateinischen Verb „velle“, also „wollen“ oder „wünschen“ bedeutet.

Narziß Kasper Ach

Der deutsche Psychologe Narziß Kasper Ach erkannte bereits im Jahr 1910 die besondere Bedeutung des wirklichen Wollens. Er stellte in seiner Schrift „Über den Willen“ dar, dass der „Wirkungsgrad des Wollens“, über den Erfolg menschlichen Handelns Auskunft gibt. Es geht also um die „Verwirklichung dessen, was wir wollen“ im Angesicht von Widerständen.

Studien und Forschungsergebnisse zur Volition

Der renommierte Sozialpsychologe Kurt Tsadek Lewin, legte mit seinen 1926 begonnen Arbeiten zur „Untersuchung zur Handlungs- und Affektpsychologie“ das Fundament für die moderne Führungsstilforschung. Er stellte die Volition als zielgerichtete Motivation dar. Der deutsche Psychologe Heinz Heckhausen teilte im Rubikonmodell, die Handlungsphasen des Wollens ein.

Dabei werden die Phasen des Planens und Handelns als volitionale Phasen bezeichnet. Die Wahrscheinlichkeit der Realisierung und die Dauer, bis der Wille umgesetzt wird, richtet sich laut Heckhausen nach der sogenannten Volitionsstärke. Wie stark also der Wille ist, der das Ziel wahr werden lässt.

Es lässt sich folgern, je schwächer die Volition, desto unwahrscheinlicher die Umsetzung – ganz egal, wie groß die Motivation auch gewesen sein mochte.

Knowing-Doing-Gap

Jeffrey Pfeffer von der Harvard Business School hat das Phänomen in einem Begriff zusammengefasst, der alsKnowing-Doing-Gap bekannt ist. Gemeint ist damit die Tatsache, dass wir zwar sehr viel Wissen in uns tragen, uns dieses gewaltigen Wissens auch bewusst sind und es gerne anbringen möchten, aber in der Umsetzung eben leider schwächeln.

Gründe für dieses Schwächeln gibt es viele: Unlust, negative Gefühle, Demotivation und Hürden hindern viele manchmal allzu schnell daran, ihr großes Wissen oder bahnbrechenden Ideen auch in die Tat umzusetzen. Am Ende ist das Wissen dann unnütz oder verkümmert gar. Wir glauben selbst nicht mehr an unsere eigenen Talente und unsere fachliche Kompetenz, was zu einer Spirale weiterer Demotivation führt.

Das heißt, dass fehlende Volition Sie letztlich unglücklich macht. Sie lässt Sie zweifeln und verhindert somit auch das Entstehen neuer Ideen und weiterer Motivation. Der Sozialpsychologe Roy Baumeister erklärt in seinem 2012 erschienen Buch „Willpower“, dass die Willenskraft eines Menschen oft auch über Glück und Zufriedenheit entscheidet. Dabei geht es um nahezu alle Bereiche des Lebens.

Verkäufer und Voilition

Verkäufer mit einer ausgeprägten Fähigkeit zur Volition haben mehr Erfolg, als solche, deren Willenskraft weniger stark ist. Fehlende Volition dagegen führt in manchen Fällen sogar zu Depressionen und löst eine Abwärtsspirale aus. Das hört sich zunächst einmal recht frustrierend an. Es gibt jedoch etwas Positives, das sich aus den empirischen Studien und Veröffentlichungen von renommierten Forschern wie Baumeister & Co ableiten lässt. Volition, also die willentlich gezielte Steuerung von Gedanken, Motiven, Emotionen und Handlungen zum Zwecke der Zielerreichung, ist erlernbar.

Volition im Management

Vor allem die Führungsebene in einem Unternehmen muss sich durch ein hohes Maß an Willenskraft auszeichnen. Denn Motive allein reichen nicht aus, um Erfolg zu haben. Wichtig ist es, bei der Umsetzung handlungsmutig zu sein, Entscheidungen zu treffen und sich nicht beirren zu lassen. Hinzu kommt das Durchhaltevermögen. Wie lange also hält Ihre Willenskraft an?

Ähnlich wie bei einem Marathonlauf kommen Sie irgendwann einmal an den Punkt, an dem Sie aufgeben wollen. Lassen Sie sich durch den Gedanken ans Aufgeben, an eine wohlverdiente Pause, verführen. Ein erfolgreicher Manager, der ein Unternehmen aufbaut, umstrukturiert oder eine maßgebliche Veränderung plant, besitzt einen langen Atem. Dieser führt ihn nicht nur beim Marathon zum Ziel.

Der lange Atem, der vielleicht auch zur Umsetzung unliebsamer Entscheidungen führt, gepaart mit dem Glauben an die eigene Idee. Was aber macht das Wesen des Managers aus, der über die nötige Umsetzungskompetenz verfügt? Und wie würden Sie selbst als Manager Ihre Ziele erreichen wollen?

Sind Sie umsetzungsstark

Sie müssen sich im Klaren darüber sein, dass Sie bei der unbedingten und hundertprozentigen Umsetzung Ihrer eigenen Idee den vollständigen Ablauf von der Zielsetzung über die Planung und Organisation bis hin zur Erfolgskontrolle selbst gestalten, überschauen und auch gegen mögliche Widerstände durchsetzen müssen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Genau hier liegt Ihre Kernkompetenz der Volition.  

Umsetzungsstarke Menschen haben die Idee zu jeder Zeit fest im Blick. Sie konzentrieren sich dabei auf das Wesentliche, wie der Marathonläufer, der nach vorne schaut und einzig den Weg fokussiert. Wenn Sie Ihr Ziel also einmal klar definiert haben, dann richten Sie ihre Aufmerksamkeit auf das Wesentliche, anstatt sich zu verzetteln.

Mit Wilenskraft Gefühle steuern

Dank ihrer Willenskraft steuern Sie Ihre Gefühle und überwinden mögliche emotionale Belastungen sehr schnell. Ein wesentlicher Faktor, der zur Umsetzung führt, ist dass Sie optimistisch bleiben. Damit bleiben Sie selbst gut gelaunt und sind ebenso in der Lage, andere Menschen in eine gute Stimmung zu versetzen.

Ihre Mitarbeiter und Kollegen lassen sich von einem positiv eingestimmten Ideengeber weitaus leichter überzeugen als von jemandem, der durch seinen Missmut vermittelt, dass er vielleicht selbst nicht an seine Ideen glaubt. Am Ende sind es also Kreativität, Ehrgeiz, Energie und Optimismus, die Ihr Wesen als erfolgreiche Führungskraft ausmachen.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist als international bekannter Managementberater, Trainer und Coach für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Er vertrat eine Professur für Management, verfügt über langjährige Führungserfahrung, u. a. als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Speaker ist er ein gefragter Management- und Führungsexperte.

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