Mit Stinkstiefeln richtig umgehen

Mit Stinkstiefeln richtig umgehen ist eine Herausforderung für jede Führungskraft. Mitarbeiter, die häufig motzen und schlecht gelaunt sind, verbreiten diese Stimmung schnell auf andere Kollegen im Team. Das hat dann weitreichende fatale Folgen für die Stimmung und die Leistungsfähigkeit.

Als Führungskraft müssen Sie diese motzenden Mitarbeiter erkennen und diesen entweder aus dem Stinkstiefel-Modus befreien. Und wenn das nicht hilft, möglichst zeitnah einen Weg finden, wie Sie sich von dem Mitarbeiter trennen.

Woran Sie Stinkstiefel erkennen

Es beginnt mit einer spitzfindige Bemerkung in einer Besprechung. Ihr Mitarbeiter regt sich häufiger und emotionaler über Dinge auf als die anderen Kollegen. Erst gehen Sie von Stimmungsschwankungen aus, doch dieses Verhalten fällt Ihnen immer häufiger auf.

Zudem bemerken Sie, dass Ihr Mitarbeiter immer schlechtere Leistung abliefert. Zudem findet häufig “Ausreden”, warum er diese Aufgabe nicht machen kann. Sie kennen die Argumentation “es geht nicht weil …”. Oder aber er argumentiert, dass diese Aufgabe nicht in seiner Aufgabenstellung beschrieben ist. Oder er klagt darüber, dass er sowieso schon zu viel zu hat und dass das doch ein anderer Kollege  übernehmen soll.

Wie reagiert er persönlich. Neigt er zu Egoismus? Gibt er an, Regeln unter allen Umständen zu befolgen? Diese Aussagen sollten Sie unbedingt hellhörig machen.

Stinkstiefel = Toxic Workers

In einer Studie zu „Toxic Workers“ fanden Michael Housman und Dylan Minor (Quelle: Michael Housman, Dylan Minor, Toxic Workers (2015) erschienen in Harvard Business School) interessante Aspekte heraus. Toxische Mitarbeiter, wie sie die Stinkstiefel nennen, sind zwar produktiver als nicht-toxische Mitarbeiter. Das ist eine gute Nachricht.

Diese Mitarbeiter sagen zwar, dass sie Regeln gerne befolgen. Sie sind aber genau die Personen, denen eher gekündigt wird, weil sie gegen Regeln verstoßen. Hier liegt also eine Selbstbild/Fremdbild-Verzerrung zugrunde.

Egoisten am Werk

Die Wissenschaftler erklären es so, dass die Mitarbeiter einen guten Eindruck hinterlassen möchten. Dies um den gewünschten Job zu bekommen oder zu behalten. Jedoch befolgen sie Regeln nur dann, wenn sie ihrem eigenen Zweck dienen.

Außerdem sind selbstbewusste und egoistische Mitarbeiter eher dazu geneigt, toxische Mitarbeiter zu werden. In der Studie wurde zudem herausgefunden, dass es lohnender ist, einen nicht-toxischen Mitarbeiter einzustellen. Dieser ist vielleicht weniger produktiv ist, als einen High-Performer, der negative Stimmung verbreitet.

Fazit – mit Stinkstiefel richtig umgehen

Stinkstieflige oder toxische Mitarbeiter sind eindeutig schädlich für das Unternehmen. Daher sollten Sie bereits bei der Auswahl von künftigen Kollegen auf deren persönliche Einstellung, deren Mindset achten. Informieren Sie sich über diese Mitarbeiter bei Referenzgebern. insbesondere in der Probezeit sollten Sie wachsam sein.

Fängt der Stinkstiefel-Virus langsam an, sich zu verbreiten, sollten Sie zeitnah eingreifen. Und Ihren Mitarbeiter auf seinem Weg zurück durch eine transparente Kommunikation und eine wertschätzende Haltung, zu seiner alten Leistung begleiten. Falls das nicht hilft, bleibt nur den Weg sich vom Mitarbeiter zu trennen.

Autor:

Dr. Matthias Hettl ist bekannt als internationaler Managementberater. Er trainiert und coacht Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte. Zudem vertrat er eine Professur für Management und verfügt über langjährige Führungsexpertise. Erfahrung hat er als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Management- und Führungsexperte ist er ein gefragter Speaker.

Mehr Informationen unter:   Hettl Consult