Tall Poppy Syndrom Hettl

Tall Poppy Syndrom

Tall Poppy Syndrom

Tall Poppy Syndrom – haben Sie davon schon einmal gehört. Dieser Ausdruck wird insbesondere in Australien verwendet. Wörtlich übersetzt steht Tall Poppy für eine groß gewachsene Mohnblüte. Diese ragt mit ihrem Kopf aus dem Umfeld der anderen Blumen im Kornfeld heraus und wird daher als erste gekappt.

Die Soziologen verstehen unter dem Begriff des Tall Poppy, der großen Mohnblüte, eine erfolgreiche Person. Diese stellt sich jedoch selbst  relativ exponiert dar. Daher verspüren andere Menschen Schadenfreude, wenn diese Mohnblüte letztlich doch fällt.

Aristoteles lässt grüßen

Die Herkunft das Begriffs findet man beim griechischen Philosoph Aristoteles. Dieser empfahl, die größten Sprößlinge der Mohnpflanzen (Poppy) abzuschneiden, damit alle in der gleichen Größe heranwachsen würden und es keine herausragenden Mohnpflanze geben würde.

Das heißt übertragen auf unsere Gesellschaft, dass es zwar reiche oder extrem erfolgreiche Menschen geben darf. Diesen wird ihr Ruhm aber nur dann gegönnt, wenn sie sich auch weiterhin mit der arbeitenden Bevölkerung identifizieren. Schlecht wäre es, sich als etwas besseres zu sehen bzw. sich öffentlich so hinzustellen.

Vorsicht vor Arroganz und Hochnäsigkeit

Ganz schlecht wäre es als öffentliche Person hochnäsig und arrogant aufzutreten. Ein Beispiel dafür ist der australische Tennisspieler Lleyton Hewitt. Er wurde vor heimischem Publikum genau wegen dieser Einstellung ausgebuht. Auf die Frage ob er dem „Tall Poppy Syndrome“ zum Opfer fiel, antwortete er: „it was the „stupidity“ of the Australian public to knock the better players“.

Vielfach wird das Tall Poppy Syndrom auch als Grad des Neides, der besitzlosen oder weniger erfolgreichen Leute bezeichnet. Hierfür lassen sich auch eine Reihe von Beispielen finden. Greg Norman, der extrem erfolgreiche australischer Golfer sagte einmal: „If someone in America bought a sports car, then other Americans would say „nice car.“ However, if someone in Australia bought a sports car, other Australians would scratch it.“

Say do Gap

In Deutschland findet sich als Beispiel Uli Hoeneß. Er ist häufig mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger aufgetreten. So im Fall Daum. Er selbst stellte Fairness, Gerechtigkeit und soziale Verantwortung ganz oben auf seine Werteliste. Da hat ihm die Art, wie er mit seiner Steuererklärung umgegangen ist, eher deutlich geschadet. Gerade wegen seiner exponierten Stellung in der Gesellschaft und seinen moralisch hoch stehenden Ansichten.

Daher ist es für Führungskräfte und in den Öffentlichkeit stehende Personen gefährlich, sich gleichzeitig als sehr erfolgreich und moralisch sehr hochstehend zu erklären, wenn sie diesem Bild nicht auch selbst entsprechen. Hier gilt auch das Say do Gap. Halten Sie sich an das, was Sie sagen.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist als international bekannter Managementberater, Trainer und Coach für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Er vertrat eine Professur für Management, verfügt über langjährige Führungserfahrung, u. a. als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Speaker ist er ein gefragter Management- und Führungsexperte.

Mehr Informationen unterHettl Consult

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