Zielsetzung und Erarbeitung einer Lebensvision

Zielsetzung und Erarbeitung einer Lebensvision – Wo wollen Sie hin, warum sind Sie da?

„Vision ist die Kunst, Unsichtbares zu sehen“ (Jonathan Swift)

Der Begriff der Vision wird vielfach in den merkwürdigsten Zusammenhängen gebraucht worden. Der wesentliche Unterschied zwischen Vision und Zielen liegt darin, dass Ihre Vision beschreibt, warum Sie etwas tun. Es geht also um die «Sinnfrage» Ihres Lebens. Darauf aufbauend beschreiben Ihre Ziele hingegen, was Sie wie tun müssen, um Ihre Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Um Ihnen die Gelegenheit zu geben, nicht allzu «wissenschaftlich» an die Erarbeitung Ihrer Vision heranzugehen, da es uns liegt Ihnen konkrete und praxisnahe Methoden anzubieten, empfehlen wir Ihnen folgende Vorgehensweise.

Dokumentarfilm „der typische Tag“

Stellen Sie sich bitte vor, über Sie würde ein Dokumentarfilm gedreht, der einen „typischen“ Tag in Ihrem erfolgreichen Leben zeigt. Gehen Sie nun davon aus, dass Sie bereits alle Ihre Ziele so erreicht haben, wie Sie es sich vorstellen und „schreiben“ Sie nun mental das Drehbuch für Ihren Film, d. h.:

  • setzen oder legen Sie sich bequem hin
  • «Träumen» Sie bildhaft, wie Sie morgens aufstehen (z. B. in Ihrem Wunschhaus mit Ihrem Wunschpartner an Ihrer Seite),
  • zur Arbeit gehen oder fahren (z. B. mit dem Fahrrad, wie Sie es sich aus gesundheitlichen Gründen zum Ziel gesetzt haben oder mit Ihrem Wunschauto),
  • Ihre Arbeit verrichten (z. B. gut organisiert und ohne Zeitdruck, verständnisvoll für Ihre Mitarbeiter und hart in der „Sache“),
  • wieder nach Hause zurückkehren (so z. B. um Ihrem Hobby nachzugehen oder sich im Kreis der Familie zu treffen)
  • oder sich in einem anderen Bereich engagieren (beispielsweise im Sportverein oder in einer politischen/gemeinnützigen Organisation),
  • bevor Sie zu Bett gehen, Ihren Tag abschließen (z. B. mit den Eintragungen in Ihrem Erfolgstagebuch) usw.

Wiederholen Sie ab heute mindestens 21 Tage konsequent einmal pro Tag diese mentale Übung. Denn Ihr Unterbewusstsein wird Ihnen bei der Erreichung Ihrer Ziele zur Seite stehen. Nun können Sie mit dieser Idee Ihres Wunschtages Ihre kurz-, mittel- und langfristigen Ziele erarbeiten. Nachfolgend finden Sie die wesentlichen methodischen Schritte dazu beschrieben.

Methodische Schritte zur Zielerarbeitung

Mit den folgenden Schritten wird es ihnen gelingen, Ihre Roadmap zur Zielerreichung zu erarbeiten.

1. Schritt

Beantworten Sie die Frage «Was will ich?», indem Sie:

• Ihre Wünsche und Ziele auf dem Arbeitsblatt, auf Karten oder mittels eines Mind-Map notieren
• Sich besonders bei diesem ersten Schritt viel «Zeit» lassen
• Methoden des Mentaltrainings und der Imagination (z. B. Traumreisen) anwenden

2. Schritt

Klären Sie jetzt mit der Frage «Was kann ich?», ob Ihre im 1. Schritt notierten Wünsche und Ziele zu Ihren Stärken und Potentialen passen, indem Sie

• Ihre Stärken und Potentiale mit den Wünschen und Zielen abgleichen
• hierzu ggf. zuerst Ihre Stärken und Potentiale ermitteln müssen (z.B. mit einem Persönlichkeitstest wie INSIGHTS, DISG, etc.)
• für die Wünsche und Ziele, die nicht zu Ihren Stärken und Schwächen passen, Ersatzziele prüfen

3. Schritt

Als Ergebnis prüfen Sie nun, welche Investitionen Sie für die Erreichung der Ziele tätigen müssen und zwar

• in finanzieller, zeitlicher und emotionaler Hinsicht
• im Hinblick auf die Bewältigung von möglichen Engpässen (Konflikte, Widerstände …)

4. Schritt

Beginnen Sie nun, Ihre Zielpyramide zu erstellen. Sortieren Sie Ihre verbliebenen Wünsche und Ziele zeitlich nach kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Beachten Sie, dass:

• kurzfristige Ziele, den Zeitraum eines Jahres umfassen (also z. B. 2020)
• mittelfristige Ziele, den Zeitraum von 5 Jahren umfassen (also z. B. 2020 bis 2025)
• langfristige Ziele, den gesamten Zeitraum umfassen, der mehr als 5 Jahre in der Zukunft liegt (also 2025 und später)
• Sie bereits jetzt erkennen können, ob sich aufgrund der Anzahl von Zielen/Wünschen im jeweiligen Zielbereich, Engpässe hinsichtlich der Zeit oder Energie ergeben könnten
• Sie dann Ihre Wünsche/Ziele durch ein „Verschieben auf der Zeitachse (in die Zukunft)“ anpassen müssen

5. Schritt

Stellen Sie jetzt Ihre Zielpyramide fertig. Sortieren Sie die zeitlich fixierten Wünsche und Ziele in den jeweiligen Zielbereichen thematisch. So legen Sie Ihre Schlüsselbereiche fest. Dazu sollten Sie

• die Wünsche anlog zu der zeitlichen Sortierung nun „thematisch“ sortieren
• Abhängigkeiten der Themenbereiche in den jeweiligen Zielbereichen mit anderen Zielbereichen feststellen
• die gffs. fehlenden Wünsche/Ziele in einzelnen Zielbereichen nacherfassen und gemäß Schritt 2 und 3 ebenfalls prüfen

6. Schritt:

Formulieren Sie nun die Jahresziele arbeitsmethodisch „richtig“ (d. h. konkret, schriftlich, positiv und terminiert) und leiten Sie daraus die notwendigen Aktivitäten zur Zielerreichung ab.

Viel Erfolg bei der Reise auf Ihrer ganz persönlichen Roadmap zur Zielerreichung!

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist als international bekannter Managementberater, Trainer und Coach für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Er vertrat eine Professur für Management, verfügt über langjährige Führungserfahrung, u. a. als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Speaker ist er ein gefragter Management- und Führungsexperte.

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