Success breeds success 

Success breeds success: Erfolg gesellt sich zu Erfolg. Wie Woody Allen schon sagte: „80 percent of success in life is just showing up“. Auch wenn Woody Allen manchmal etwas überreibt, hat er im Kern recht. „Wer hat, dem wird gegeben„.

Damit hat der biblische Matthäus sicherlich nicht gerechnet. Knapp 1.900 Jahre nach der Verfassung des Evangeliums, bedient sich der Soziologie Robert K. Merton an diesem Gleichnis. Daraus formulierte er eine der bedeutendsten Theorien, beziehungsweise Beobachtungen, nicht nur der Soziologie, sondern auch für die der Erwachsenen- und Weiterbildung sowie die Psychologie.

Selbsterfüllende Prophezeiung

Der Matthäus-Effekt basiert auf der Theorie der ,,Self-Fulfilling Prophecy“, erstmals veröffentlicht 1968. Merten entdeckte in Gesprächen mit Nobelpreisträger, Preise werden in der Wissenschaft eher an bekannte und renommierte Wissenschaftler verliehen. Und dies mehr oder weniger unabhängig von der Leistung. Es herrschte also eine Tendenz vor, aus Gewohnheit den Personen mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung zuzugestehen, die schon einmal Herausragendes leisteten.

Positive und negative Effekte

Denn auch in wirtschaftlichen und alltäglichen Zusammenhängen lässt sich dieser Effekt durchaus beobachten. Dieser besitzt positive sowie negative Aspekte. Und es hängt eben alles von der Perspektive ab. Jedoch ist der Effekt definitiv überall da bedeutsam, ,,wo denjenigen gegeben wird, die bereits haben, weil sie bereits haben; und wo denjenigen genommen wird, die nicht haben, eben aus dem Grund, dass sie nicht haben.“ Und dann kann das zu interessanten Beboachtungen führen. Die darin münden …

…warum Reiche tendenziell immer noch reicher werden und Arme mmer ärmer,

…warum ein guter Freund, nachdem er einmal Glück gehabt hatte, wie vom Glück verfolgt zu sein scheint,

oder

…warum bei Gruppenprojekten oft davon ausgegangen wird, dass die präsentierende Person auch für die inhaltliche Qualität sorgt,

…warum neue Projekte oftmals an die Personen vergeben werden, welche sowieso schon mal (erfolgreich) Projekte geleitet haben,

…warum in Meetings der Input von denjenigen mehr Einfluss hat, die schon einmal etwas Sinnvolles gesagt haben, obwohl es diesmal eher weniger sinnvoll ist.

Success breeds Success

Beispiele dieser Art lassen sich viele benennen. Und natürlich spielen hier auch noch viele weitere psychologische und gesellschaftliche Mechanismen, wie beispielweise die Intro- und Extrovertiertheit von Personen, eine große Rolle. Nichtsdestotrotz lassen sich solche Erfahrungen mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Matthäus-Effekt zurückführen.

Das heißt aber nicht, dass die Pforten des Erfolgs auf ewig verschlossen blieben. Denn der Matthäus-Effekt beweist eben auch, wie wichtig der eigene Ruf, der Bekanntheitsgrad und das Image des Erfolgreichen sind. Wer an diesem Trio arbeitet, steigert unmittelbar und exponenziell seine Aufstiegschancen.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist als international bekannter Managementberater, Trainer und Coach für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Er vertrat eine Professur für Management, verfügt über langjährige Führungserfahrung, u. a. als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Speaker ist er ein gefragter Management- und Führungsexperte.

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