Ringelmann Effekt

Ringelmann Effekt – was st das? Haben Sie schon mal etwas von sozialem Faulenzen (Social Loafing) gehört? Der Rigelmann Effekt oder eben auch das soziale Faulenzen wurde vom Ingenieur Max Ringelmann 1880 entdeckt.

Tauziehen

Er wollte herausfinden, wie sich Leistung im Team entwickelt. Dazu ließ er Studenten allein, zu zweit, zu dritt oder zu acht an einem Tau ziehen. Ringelmann interessierte, wie kräftig die Studenten zogen. Seine erste Annahme war, dass sich die Kraft proportional steigen müsste.

Ringelmann stellte fest, dass ein Student durchschnittlich 63 Kilogramm zog. Drei Studenten zogen dann nicht mit 189 sondern nur mit 160 Kilogramm und acht nicht mit 504 Kilogramm sondern nur mit 248 Kilogramm. Von den acht Studenten zog also jeder Einzelne nur mit der halben Kraft.

Psychologische Effekte

Ringelmann vermutete damals, dass der beobachtete Effekt organisatorisch oder technischer Natur sein musste. Heute weiß man, dass es andere Ursachen für den Ringelmann Effekt gibt. Alan Ingham von der Universität Washington untersuchte Anfang der 70er Jahre die psychologischen Hintergründe des Ringelmann-Effekts. Er stellte fest, dass dieser Effekt allein auf Motivationsdefizite zurückzuführen ist. Also wenn mehr Personen an einem Thema oder Projekt arbeiten stellt sich dieser Effekt der Leistungsverminderung ein.

Unter ungünstige Bedingungen führt Gruppenarbeit also zu lahmen Kaffeekränzchen. Dss gilt es zu vermeiden. Doch Teamdesign, Teamgröße, Teamaufgabe und Teamzusammensetzung entscheiden nach der Analyse von Dietrich von der Oelsnitz und Michael W. Busch von der TU Ilmenau, wie sehr das soziale Faulenzen also der Ringelmann Effekt ausgeprägt ist.

Gruppengröße – individualistische Mitarbeiter – Aufgabe

So steigt die Wahrscheinlichkeit dass sich der Effekt einstellt, mit der Gruppengröße. Ebenso, wenn individualistische Mitarbeiter gemeinsam arbeiten sollen und das nicht so funktioniert oder wenn die Aufgabe nicht anspruchsvoll genug ist.

Der Hauptgrund für das soziale Faulenzen sind also nicht Verluste durch Koordinationsschwierigkeiten. Daher ist bei Teamarbeit unbedingt darauf zu achten, dass die Leistung jedes einzelnen Gruppenmitgliedes gewürdigt wird und dass diese nicht den Eindruck haben, dass sie in der Masse untergehen. Hilfreich ist es auch, dass das Team so zusammengesetzt ist, dass es kaum Überschneidungen bei der Einzelaufgaben gibt. Das heißt, dass jeder Einzelbeitrag zum Erfolg des Gesamtteams kann direkt einem Mitglied zugeordnet werden.

Dann lässt sich der Begriff Team in „Together Everyone Achieves More“ übersetzen.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist als international bekannter Managementberater, Trainer und Coach für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Er vertrat eine Professur für Management, verfügt über langjährige Führungserfahrung, u. a. als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Speaker ist er ein gefragter Management- und Führungsexperte.

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