Fachkompetenz für Führungskräfte

Fachkompetenz für Führungskräfte – Kompetenz beschreibt, wie Sie Ihre Kenntnisse, Ihre Fertigkeiten und Ihre Erfahrung kombinieren, um die Ihnen gestellten Herausforderungen zu meistern. Auf die Frage, welche Kompetenzen eine Führungskraft haben soll, um den Anforderungen an sie gerecht zu werden, lautet die Antwort oftmals zuerst: Fachkompetenz.

Fackompetenz für Fürungskräfte: Erfahrung, Wissen und Know-how

Dabei geht es hier um Erfahrung, Wissen und Know-how einer Führungskraft; sie bilden die Basis für den Einstieg in das Unternehmen. Fachliche Kompetenz beruht auf Ausbildung und beruflicher Weiterbildung. Die Bedeutung der Fachkompetenz hängt davon ab, auf welcher Hierarchiestufe Sie stehen. Sind Sie nahe an der Basis und in der ersten Vorgesetztenreihe, also direkte Führungskraft, dann hilft Ihnen sicherlich Ihre Fachkompetenz, um Mitarbeiter zu überzeugen.

Sie können sich aber nicht in allen Bereichen fachlich so gut auskennen wie Ihre Mitarbeiter, sondern müssen jedoch einschätzen können, ob das, was Ihre Mitarbeiter sagen und tun, fachlich richtig ist bzw. sein kann. Je weiter Sie sich in der Hierarchie nach oben bewegen, desto relativ unwichtiger wird Ihre Fachkompetenz.

Fachkompetenz zeigen: Die richtigen Fragen stellen

Es geht dann mehr und mehr darum, die richtigen Fragen zu stellen und strategisch zu denken. Jack Welch formuliert es so: „Führungskräfte hinterfragen mit einer Penetranz, die an Misstrauen grenzt – denn es kommt ihnen darauf an, dass ihren Fragen Taten folgen“ (Welch 2005, S. 85). Um es auf den Punkt zu bringen: Erstklassige Fußballspieler geben nicht unbedingt erstklassige Trainer ab. So hoch auch fachliches Wissen einzuschätzen ist, haben gute Leader andere, zusätzliche Kompetenzen.

Sie kennen sicher den Fall, dass jemand befördert wird, der die höchste Fachkompetenz hat – oft mit der Konsequenz, dass der neue Leader versucht, weiterhin alles selbst zu erledigen, selbst das, was in der Abteilung liegen bleibt. Und das ist schlichtweg nicht möglich. Umgekehrt gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass man kein Fachexperte sein muss, um erfolgreich führen zu können. General Dwight D. Eisenhower zum Beispiel, der Befehlshaber der alliierten Truppen in Europa während des Zweiten Weltkriegs und späterer US-Präsident, kämpfte nie mit einer Waffe in der Hand.

Über aktuelle Entwicklungen am Laufenden halten 

Wenn Sie sich als Leader ausschließlich auf Ihre Fachkompetenz verlassen, dann empfehle ich Ihnen, sich die Frage zu stellen, ob Sie wirklich ein Leader sein wollen oder ob es Sie nicht glücklicher macht, wenn Sie Ihre Führungsverantwortung wieder abgeben.

Als Leader werden Sie voraussichtlich nicht mehr so intensiv in fachliche Fragen des Tagesgeschäfts involviert sein. Um dennoch Ihre fachliche Kompetenz aktuell zu halten, sollten Sie über aktuelle Entwicklungen in Ihrem Fachgebiet informieren sein. Lesen Sie Fachzeitschriften, besuchen Sie fachspezifische Seminare, Kongresse und Messen, auf denen von den neuesten Entwicklungen in Ihrem Bereich berichtet wird, und treten Sie einem Fachverband oder einer Interessenvertretung als Mitglied bei, um sich auf dem Laufenden zu halten. Es ist für Ihre Mitarbeiter sehr viel einfacher, Sie als Leader zu respektieren, wenn Sie nicht nur das Gefühl haben, gut geführt zu werden, sondern auch wissen, dass diese Führung auf Wissen und Fachkompetenz beruht.

Vergessen Sie dabei aber nie, dass Ihre eigentlichen Aufgaben nicht im detaillierten fachlichen Know-how liegen. Das ist Sache Ihrer Mitarbeiter! Für Sie ist Fachkompetenz nur der Hintergrund, vor dem Sie planen, organisieren und Entscheidungen treffen.

Konkrete Tipps zur Verbesserung der Fachkompetenz für Führungskräfte

Bitte überlegen Sie, wie wichtig für Sie die Fachkompetenz in Ihrem Fachgebiet ist. Benötigen Sie einen tiefgreifenden Einblick oder genügt Ihnen auch ein eher strategischer Überblick in Ihrem Fachgebiet. Dann beantworten Sie die folgenden Fragen entsprechend Ihrer Einschätzung:

  1. Machen Sie einen Jahresplan, wann Sie welche fachliche Weiterbildung besuchen werden.
  2. Besuchen Sie eine für Ihren Verantwortungsbereich relevanten Weiterbildungskongress.
  3. Nehmen Sie an fachlichen Weiterbildungsangeboten von Marktpartnern (z. B. Händler, Hersteller, ect.) teil.
  4. Welche fachlichen Weiterbildungskurse gibt es für die nebenberufliche Weiter-bildung, wie Kurse, z. B. bei der IHK, den Handwerkskammern, Fachakademien oder Hochschulen?
  5. Ist es für Sie sinnvoll, dass Sie ein (nebenberufliches) Weiterbildungsstudium starten?
  6. Welche Fachmagazine, Onlinemagazine, Business Dossieres helfen Ihnen weiter, um auf dem Laufenden zu bleiben?
  7. Ist es sinnvoll, dass Sie die täglich erscheinende Zeitung „Das Handelsblatt“ oder „Die Handelszeitung“ lesen, um auf dem Laufenden zu bleiben?
  8. In welchen fachlichen Gebieten müssen Sie eine regelmäßig stattfindende Qualifikation durchführen. Wann steht die nächste Qualifikation an und wie be-reiten Sie sich darauf vor?
  9. Gibt es Blogs und Newsletter die Sie abonnieren sollten. Welche bringen Sie fachlich weiter und sind eine Unterstützung in Ihrer täglichen Arbeit?
  10. Hören Sie sich Hörbücher an, welche Videotrainingsprogramme bearbeiten Sie für Ihre fachlichen Weiterbildung?
  11. Welche Fachbücher aus Ihrem Fachgebiet werden Sie sich durchlesen?
  12. Nützen Sie die Gelegenheit sich mit Ihren Kollegen zu einer Betriebs-besichtigung unter www.top-online.de bei einem für Sie relevanten Hidden Champion anzumelden.
  13. In welchem Interessensverband können Sie sich einbringen?
  14. Welchem Berufsverband können Sie beitreten?
  15. Überlegen Sie, inwieweit es für Sie sinnvoll ist, sich für einen Unternehmens- bzw. Fachpreis, wie „best place to work“, „Ludwig Erhard Preis“, „top job“, o.ä. zu bewerben.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist als international bekannter Managementberater, Trainer und Coach für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Er vertrat eine Professur für Management, verfügt über langjährige Führungserfahrung, u. a. als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Speaker ist er ein gefragter Management- und Führungsexperte.

Mehr Informationen unter: Hettl Consult