Cheffehler

Cheffehler: So kommen Mitarbeiter auf Kurs. Die häufigsten Fehler der Chefs!

„Viele Führungskräfte wollen Federn tragen, aber kein Häuptling sein.“ Diese bekannte Weisheit bewahrheitet sich im Führungsalltag immer wieder. Auf die Freude über die Beförderung folgt bei einigen Führungskräften Ernüchterung und Frust über die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die eine Führungsposition mit sich bringt.

Nicht nur in kleinen und mittelständischen Unternehmen werden angehende Führungskräfte oft zu wenig bis gar nicht auf ihre verantwortungsvolle Rolle vorbereitet. Die Führungsphilosophie lautet: ins kalte Wasser springen und gleich los schwimmen. Dadurch können gleich zu Beginn der Führungskarriere eine Reihe von Fehlern passieren, die es zu vermeiden gilt, denn fürs Führen gilt, wie fürs Schwimmen, man kann es lernen.

Führungsfehler Nr. 1: zu wenig Verlässlichkeit und Berechenbarkeit

Als Führungskraft ist es für Sie von essentieller Wichtigkeit berechenbar und verlässlich zu sein. Ihre Mitarbeiter orientieren sich an dem was Sie sagen und sie sehen, was Sie tun. Sie müssen lernen mit den Erwartungen Ihrer Mitarbeiter an Sie in Ihrer Führungsrolle umzugehen, so dass sie ihre Forderungen auch erfüllen.

Es ist beispielsweise unabdingbar, wenn Sie als Führungskraft Ehrlichkeit und andere sozial erwünschte Werte einfordern, diese selbst auch zu repräsentieren. Fordern Sie als Führungskraft von Ihren Mitarbeitern, Zusagen einzuhalten und zuverlässig zu sein, so dass mögliche Terminverschiebungen frühzeitig mitgeteilt werden, so müssen Sie dies ihrerseits auch tun. Zudem zeichnen Sie sich als starke Führungskraft dadurch aus, dass Sie in vergleichbaren Situationen auch vergleichbar handeln und nicht sprunghaft von einer Situation in die nächste stolpern.

Ihre Mitarbeiter können die Gründe Ihres Handelns nicht nachvollziehen und werden Sie deswegen als unberechenbar empfinden. Reflektieren Sie Ihr Verhalten, ist dieses berechenbar und verlässlich?

Führungsfehler Nr. 2: zu wenig Delegation

Es ist Ihre zentrale Aufgabe als Führungskraft, dass Sie in Ihrer neuen Rolle einen Teil Ihrer alten Aufgaben an Mitarbeiter delegieren. Das fällt häufig jedoch schwer, da einerseits ein hohes Sicherheitsbedürfnis besteht und es andererseits Bedenken vor einem vermeintlich zu autoritären eigenen Auftreten gibt.

Hierbei sollten Sie bedenken, dass Sie selbst schnell an die Grenzen Ihrer Leistungsfähigkeit geraten und zum anderen vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern mit diesem Verhalten den Eindruck, dass Sie wenig Vertrauen in deren Fähigkeiten und Leistungen haben. Das aber wirkt deutlich demotivierend und Sie laufen Gefahr, dass einige Ihrer Mitarbeiter nur noch Dienst nach Vorschrift machen. Also Delegieren Sie !

Führungsfehler Nr. 3: zu wenig Entscheidungsfreude

Entscheidungsschwäche ist das schlimmste was Sie als Führungskraft an den Tag legen können. Manche Führungskräfte überlegen länger und gründlicher als andere, bevor sie Entscheidungen treffen. Sie wägen alle möglichen Folgen ihres Handelns in der Zukunft ab.

Aber bedenken Sie: Als Führungskraft müssen Sie zügig und eindeutig entscheiden und mit dem Risiko einer Fehlentscheidung leben können. Entscheidungsschwache Vorgesetzte können gerade engagierte und tüchtige Mitarbeiter stark frustrieren. Haben Sie Mut und entscheiden Sie !

Führungsfehler Nr. 4: zu wenig Selbstbeherrschung

Selbstbeherrschung ist ein wichtiger Aspekt einer Führungskraft. Es geht gerade in kritischen Situationen darum, besonnen zu handeln und nicht wie das berühmte HB-Männchen an die Decke zu gehen. Durchaus können Sie auch emotional reagieren, das ist authentisch aber in kritischen Situationen ist es wichtig, dass Sie Ihre Emotionen im Griff haben. Da ist Ihre Rolle des sicheren Lotsen gefragt, der sein Schiff ruhig durch den Sturm in den Hafen bringt. Was strahlen Sie aus, wenn es „stürmisch“ wird, ist das hilfreich oder eher nicht ?

Führungsfehler 5: zu wenig Selbstvertrauen

Führen muss man wollen, das heißt, dass Sie als Führungskraft ohne entsprechendes Engagement sich der Aufgabe auch verpflichtet zu fühlen, Ihre Mitarbeiter nicht erfolgreich gewinnen können. Ihre Mitarbeiter wollen Ihnen folgen und sie wollen davon überzeugt sei, das Richtige zu tun. Wichtig ist, dass Sie Ihr Vorgehen, Ihre Ideen und Visionen mit dosierter Emotion versehen, damit Ihre Mitarbeiter merken, dass Ihnen etwas an den Themen liegt.

Damit Sie Selbstvertrauen, Sicherheit und Energie auszustrahlen, ist es natürlich erforderlich, dass Sie dieses Selbstvertrauen auch in sich tragen. Es ist nicht hilfreich, wenn Sie als Führungskraft versuchen Ihren Mitarbeitern zu vermitteln, sie seien selbstbewusst, wenn dies nicht der Fall ist. Ihr wichtiger Schritt ist Selbstvertrauen aufzubauen und erst dann werden Ihre Mitarbeiter auch spüren, dass Sie es ernst meinen. Wie gut gelingt es Ihnen Ihre Mitarbeiter zu überzeugen?

Prüfen Sie sich als Führungskraft kritisch und arbeiten Sie mindestens genauso hart an Ihrer eigenen weiteren Entwicklung, wie an Ihren täglichen Aufgaben.

Über den Autor:

Dr. Matthias Hettl ist als international bekannter Managementberater, Trainer und Coach für Vorstände, Geschäftsführungen und Führungskräfte tätig. Er vertrat eine Professur für Management, verfügt über langjährige Führungserfahrung, u. a. als Aufsichtsrat, Geschäftsführer sowie auch international als Consultant bei den Vereinten Nationen. Als renommierter Speaker ist er ein gefragter Management- und Führungsexperte.

Mehr Informationen unter: Hettl Consult